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Gestalten mit Beton
In Form gegossene Ästhetik

 

Beton ist eine besondere Modelliermasse. Künstler und Architekten haben die optischen und praktischen Vorzüge einer Einrichtung aus Betonobjekten längst entdeckt. Selbst Otto Normalverbraucher erliegt dem Charme des Baustoffs und findet Heizkörper, Küchenplatten, Waschbecken und andere Deko-Elemente aus Beton schlicht schön. Industriedesigner Max Kant und Faserbetonspezialist Dr. Ulrich Pachow gießen Kundenwünsche in Beton.





 

Ein Kunde hatte Max Kant, der damals noch bei einem Heizungshersteller arbeitete, ins Grübeln gebracht: Stahl oder Beton? "Die Heizkörperform. die der Kunde von uns wollte, war mit Stahl nicht zu machen – mit Beton schon. Das war für mich der Anlass, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen und künftig mit Beton zu gestalten."

Das habe ich bis heute nicht bereut " . erklärt Kant. Beton ist für ihn ein besonderer Stoff: "Er ist gut einzufärben, leitet Wärme gut und ist individuell gestaltbar, so dass ich keinem Kunden einen Wunsch abschlagen muss." Heute ist nicht mehr nur der reine Nutzen gefragt, es muss auch gut aussehen.

  
Vielgestaltiges Material: Beton lässt sich zur Gestaltung und Funktion einer Heizung (links) nutzen.

Ein Heizkörper ist nach dem Einbau nicht mehr als solcher zu erkennen. Er kann als Beleuchtungselement, als tragendes Element oder als Trennwand fungieren. Zu Kants Kunden zählen Architekten, Gastronomen, Apotheker und Zahnärzte.

Für sie entwirft Kant Heizkörper, Waschbecken, Küchenarbeitsplatten, Tische und beheizbare Sitzbänke. Zurzeit fertigt er ein Tischelement mit einer Vertiefung in der Mitte, in die man Küchenkräuter einsäen kann. " Ich arbeite Bauhausorientiert nach dem Motto, weniger ist mehr' , das sind eher schlichte Formen, zum Beispiel Säulen und Platten, da ergibt sich für mich eine sehr große Bandbreite", erläutert Kanl.

Anders als der "Quereinsteiger" Kant hat sich Dr. Ulrich Pachow mit Beton bereits ein Berufsleben lang auseinandergesetzt. In den achziger Jahren hat er bei HeidelbergCement die Glasfaserbetontechnologie zur Marktreife gebracht und die erste asbestfreie Wellplatte mit einer statischen Bewehrung aus Glasfasern entwickelt und auf den Markt gebracht.

 

 

Heute ist Dr. Pachow Geschäftsführer der "DURAPACT - Gesellschaft für Faserbetontechnologie mbH" in Haan bei Düsseldorf und produziert mit seinem Team Prototypen für Anlagen, mit denen man Faserbetone – in erster Linie mit Glas- und Kunststofffasern – herstellen kann, in den vergangenen Jahren nehmen jedoch individuell gefertigte Produkte aus Textilbeton einen stetigen Aufschwung.

Pachow arbeitet nicht nur als Industriepartner an Forschungsprojekten verschiedener Hochschulen mit, sondern hat auch mit zahlreichen Künstlern, etwa mit dem amerikanischen Innenarchitekten Rick Muliigan sowie mit zahlreichen Museen an interessanten Objekten mitgewirkt.

Er war an der Realisierung unterschiedlicher Kunstwerke beteiligt, beispielsweise für das Neanderthal-Museum in Mettmann oder das deutsche Architekturmuseum in Frankfurt.


Ein Aha-Erlebnis hatte Pachow vor wenigen Jahren auf der "bautec" in Berlin.

"Wir haben dort ein Waschbecken aus Beton ausgestellt. Das Interesse war so groß, dass wir daraufhin in eine ganz neue Produktwelt eingestiegen sind".

"Seitdem produzieren wir Küchenarbeitsplatten, Waschbecken, Duschwannen, Sitzgelegenheiten, Einrichtungen für Ladenlokale, Theken für Restaurants und vieles mehr", erzählt Pachow.

Wegen des hohen Gewichts sollten die Elemente aber nicht zu massig sein, damit man sie einfacher transportieren kann. Eine Küchenarbeitsplatte zum Beispiel sollte nicht dicker sein als zehn bis fünfzehn Millimeter. Pachow schätzt besonders die unendlich vielen  Gestaltungsmöglichkeiten, die man mit Faserbeton hat.

"Es ist ein Werkstoff, der uns alle Freiheiten der Gestaltung bietet, zu Hause habe ich sogar monolithische Lautsprecherboxen aus Faserbeton, die durften sogar ein wenig schwerer sein als unsere üblichen Betonobjekte, des besseren Klanges wegen."

 

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