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Blumentrog aus textilbewehrtem Beton

Bild 6:
Hausfront mit Blumentrog



Für Gebäude, die individuell gestaltet sind und von der Norm abweichen, ist es häufig schwierig, vorgefertigte Bauelemente zu erhalten. So hatte ein Architekt bei Aachen das Problem, den über dem Eingang geplanten Pflanzentrog fertigen zu lassen. Normalbeton wäre wegen der notwendigen Überdeckung der Bewehrung sehr dickwandig und schwer geworden und hätte die ästhetischen Vorstellungen des Planers nicht erfüllt

Es wurde eine Ausführung in textilbewehrtem Beton gewählt. Diese Variante gewährleistet:

 

  • optimale Oberflächen ohne Lunker und Fehlstellen. Für die Sichtseite wurde eine Feinputzstruktur gewählt, alle anderen Flächen wurden glatt ausgeführt.
  • geringes Gewicht durch Wandstärken im Mittel von 15 mm
  • alle Gestaltungsmöglichkeiten, so auch die einer überkragenden Frontplatte
  • dauerhafte Farbgebung durch Verwendung einer Matrix mit Weißzement
  • Wasserdichtigkeit

 

 

Bild 1: Querschnitt



Bild 1 und 2 zeigt die Zeichnungen des Architekten. Die Wandstärken sind noch mit 25 mm angegeben, da der Architekt zunächst nicht davon ausgegangen war, daß bei einer Materialstärke von nur 15 mm eine ausreichende Festigkeit und Wasserdichtigkeit gewährleistet ist.




 

 


Blumentrog über dem Eingang eingebaut

 

Die Schalung bestand aus einer beschichteten Schichtholzplatte für die Frontseite, die entspre-chend der Zeichnung konkav verformt wurde, und einem Hohlkörper aus extrudiertem Polystyrol- Hartschaumstoff.



Bild 3: Blumentrog auf Styropor vor dem Verladen


Die Schichtholzplatte wurde mit einer etwa 4 mm dicken PU-Auflage mit Feinputzstruktur zur Erzielung der gewünschten Oberfläche versehen, die anschließend schichtweise mit Glasfaserbeton belegt wurde

GFB-Blumentrog vor der Verladung auf Paletten


Für den Glasfaserbeton wurde die DURAPACT-Matrix mit geprüfter Langzeitbeständigkeit verwendet, der als Verstärkung 1,5 Vol % AR-Glasfasern mit einer Länge von 12 mm zugemischt wurden.

Zwei AR-Glasfasermatten mit einem Flächengewicht von 120 g/m² sowie einem horizontal eingearbeiteten Gelege aus unidirektional angeordnetem Rovingsträngen bildeten die Bewehrung. Die Wände und der Boden des Blumentroges wiesen den gleichen Aufbau auf.

Nach Fertigstellen und Erhärten der Frontplatte wurde diese aufgerichtet und an den Hartschaumstoff-Hohlkörper gestellt. Die Rück- und Seitenwände sowie der Boden wurden in gleicher Weise wie oben beschrieben hergestellt. Die Verbindung zwischen Frontplatte und Boden bzw. Seitenwände erhielt eine zusätzliche Verstärkung aus AR-Glasfasern.

Der gesamte Blumentrog wog ca. 180 kg, so daß sich  Transport und Aufstellen am Bestimmungsort als einfach erwies.

 

 

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